Geschichte des georgischen Weins

Die ersten Traubenkerne

Heutzutage sind sich alle einig, dass die ältesten Spuren des Weinbaus in Georgien zu finden sind. Die Geschichte des Weins begann in der Jungsteinzeit, und auf dem Territorium Georgiens wurden die deutlichsten Spuren des Weinbaus gefunden. Vor einigen Jahrzehnten entdeckten Archäologen in den Ruinen der Siedlung Dangreuli Gora in einem Tal in der Nähe von Marneuli (Stadt in der Region Kwemo Kartli südlich von Tbilissi) eine große Anzahl von Traubenkernen aus dem VI. Jahrtausend v. Chr. Diese wurden nach morphologischen und ampelographischen Eigenschaften der Kultursorte von Weinreben Vitis Vinifera Sativa zugeordnet.

Doki - Weingefäß aus Ausgrabungen
Doki – Weingefäß © GNTA

Solche Funde wurden in Georgien immer wieder gemacht: Traubenkerne aus dem V.-IV. Jahrtausend v. Chr. wurden in Schulaweri gefunden, andere stammen aus dem IV. Jahrtausend v. Chr. in Chisanaant Gora, andere in der Schlucht des Iori-Flusses und mehr unter den Überresten der Kura-Araxes-Kultur der frühen Bronzezeit). Ebenso wichtig war der Fund von Trauben aus dem XIV.-XI. Jahrhundert v. Chr. in einer spätbronzezeitlichen Siedlung im Dorf Digomi. Dieser Fund war besonders wichtig, da es das erste Mal war, dass man Wein- und Tafelsorten von Traubenkernen zusammen gefunden hat.

Drei Stufen des Weinbaus

Viele andere alte Spuren des Weinbaus sind in Georgien erhalten geblieben. Das sind Beweise, zum einen, das sind Behauptungen, dass Georgien der Geburtsort des Weins sein sollte, zum anderen, dass die Beziehung zwischen Mensch und Wein nie unterbrochen wurde. Ebenso wichtig sind die verschiedenen Formen des Weinbaus, die in Georgien gut erhalten sind. Man kann sich drei Grundformen des Weinbaus vorstellen, die in gewisser Weise mit den drei Stadien der kulturellen Entwicklung übereinstimmen.

Weinberge in Georgien, Weinanbau
Weinberge in Georgien © GNTA

Die erste Stufe hieß Maglari, also extensiver Weinbau, in dem die Reben auf Bäumen gezüchtet werden, um nur minimale Pflege zu erfordern. In der zweiten Phase – Olichnari genannt – lässt man die Reben auf hohen Pfählen oder niedrigen Bäumen wachsen. Diese Praxis war der erste Schritt in Richtung der am weitesten entwickelten Form des Weinbaus, Dablari d. h. des konventionellen Weinbaus. Dablari ist natürlich bereits eine intensive Form des Weinbaus, bei der die Züchter versuchen, die Entwicklung der Rebe zu beeinflussen und ihre Quantität und Qualität sowie ihr Wachstum und Laub durch geeigneten Schnitt zu kontrollieren. All diese Formen des Weinbaus gibt es in Georgien bis heute. Die ersten beiden Formen, auch die archaischen, wurden (insbesondere in Westgeorgien) unverändert beibehalten.

Die ältesten Kwewris

Kwewri aus Ausgrabungen
Alter Fund von Kwewri © GNTA

Der Vorgänger von Kwewri wurde im Neolithikum auf dem Gebiet von Georgien hergestellt. Ein altes Weingefäß, das auf dem Berg Chrami aus dem VI.-V. Jahrtausend v. Chr. gefunden wurde, war mit Weintrauben dekoriert. Die Form des georgischen Kwewri ist zwar im III. -II. Jahrtausend v. Chr. entwickelt worden, aber bis zum III. Jahrhundert v. Chr. waren kleine Kwewris verbreitet. Diese waren nicht höher als 1,5 m. hatten einen flachen Boden und eine breite Taille und standen entweder oberhalb der Erde oder waren mit dem Boden in der Erde begraben.

Bei den Kwewris, die man ab dem III. Jahrhundert v. Chr. auf dem Territorium Georgiens gefunden hatte, ist der Boden enger geworden, auch die Form hat sich verändert, so dass sie das Gewicht der Erde um sich herum tragen konnten. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat man in dieser Zeit begonnen, Kwewris in die Erde einzugraben.