Kulinarische Symbolik in Georgien – Wenn Essen Geschichten erzählt

In Georgien ist Essen weit mehr als eine alltägliche Handlung. Die kulinarische Symbolik in Georgien durchzieht Tischrituale, Festmahle und den Alltag gleichermaßen: Speisen werden zu Zeichen, Zutaten zu Geschichten, und jede gemeinsame Mahlzeit wird zu einem kleinen Ritual. Wer an einem georgischen Tisch Platz nimmt, betritt einen Raum, in dem Essen nicht nur nährt, sondern erzählt.

Wein – das Gedächtnis der Erde

Der Wein nimmt in der georgischen Kultur eine zentrale Rolle ein. Seit über 8000 Jahren wird er in Kwewris, den in der Erde vergrabenen Tonamphoren, vergoren. Ihre Form erinnert an einen Schoß, und genau so wird der Wein verstanden: als etwas, das aus der Erde geboren wird.

Wein ist ein Symbol für Gastfreundschaft, für Erinnerung und für Gemeinschaft. Bei einer Supra, dem traditionellen Festmahl, ist er nicht einfach ein Getränk. Er ist das Medium, durch das Gefühle, Wünsche und Geschichten ausgesprochen werden. Jeder Trinkspruch ist ein kleines Ritual, das die Vergangenheit lebendig hält und die Gegenwart miteinander verbindet.

Brot – heilig und alltäglich zugleich

Brot besitzt in Georgien eine besondere Bedeutung. Es wird mit Respekt behandelt, fast wie etwas Heiliges. Schotis puri, das im Tonofen gebackene Brot, trägt in seiner Form Spuren der alten Hirtenkultur.

Brot steht für Leben, für Segen und für Gemeinschaft. Bei einer Supra liegt es nie zufällig auf dem Tisch. Es ist die Grundlage, auf der alles andere ruht – ein stilles Versprechen, dass niemand hungrig bleibt, weder körperlich noch seelisch.

Honig – Urstoff der Erde und Gabe der Zeit

In Georgien ist Honig nicht nur süß, sondern uralt. Archäologen fanden nahe Bordschomi ein Gefäß zur Honigaufbewahrung, das über 5000 Jahre alt ist – zwei Jahrtausende älter als der Honig aus Tutanchamuns Grab. Damit könnte Georgien, neben dem Wein, auch als Wiege des Honigs gelten.

Kulinarische Symbolik in Georgien – Georgischer Honig
Georgischer Honig

Die Vielfalt der georgischen Flora spiegelt sich in ihren Honigen wider: klarer Akazien‑ und Zitrushonig, bernsteinfarbener Linden‑ und Wiesenhonig, dunkler Kastanienhonig mit kräftigem Aroma – jeder trägt die Handschrift seiner Landschaft.

Besonders berühmt ist der Dschara‑Honig aus Adscharien, der in Baumstamm‑Bienenstöcken gewonnen wird. Diese uralte Form der Imkerei gilt heute als immaterielles Kulturerbe. Auch der Honig aus der Machakhela‑Schlucht und aus Regionen wie Ratscha, Zalka und Bediani steht für Reinheit und Ursprünglichkeit – Produkte einer Natur, die noch atmet.

In Georgien kennt man drei Formen der Imkerei: wild, halbwild und häuslich. Honig ist dort Lebensmittel, Medizin und Ritual zugleich – er heilt, nährt, segnet und duftet nach Geschichte.

Die Walnuss – Speicher der Sonne

Die Walnuss ist in der georgischen Küche allgegenwärtig und zugleich tief symbolisch. Sie gilt als Speicher der Sonne, als Frucht, die Kraft und Wärme durch den Winter trägt. Ihre Form erinnert an ein Gehirn, weshalb sie in vielen Regionen als Zeichen der Weisheit gilt.

In Gerichten wie Pchali, Bazhe oder Saziwi ist sie nicht nur eine Zutat, sondern ein Ausdruck von Beständigkeit und Fülle. Die Walnuss begleitet Familien über Generationen hinweg – still, verlässlich, kraftvoll.

Adschika – das schützende Feuer

Adschika, scharfe georgische Paste
Adschika, scharfe georgische Paste

In Westgeorgien besitzt Adschika eine besondere symbolische Kraft. Die scharfe Paste aus Chili, Kräutern und Salz gilt als Schutzmittel, als Feuer, das böse Gedanken und kalte Winde fernhält.

Ihre rote Farbe steht für Lebenskraft, ihre Schärfe für Mut. Adschika ist das kleine, brennende Herz der westgeorgischen Küche – intensiv, warm und voller Energie.

Tschurtschchela – die süße Schnur des Glücks

Die Tschurtschchela, jene mit Traubensaft überzogene Walnusskette, ist ein Symbol für Wohlstand, Ernteerfolg und Glück im neuen Jahr.

Im Herbst hergestellt und zu Festtagen verschenkt, soll sie ein gutes Jahr ankündigen. Churchkhela ist ein kulinarisches Amulett, das man essen kann – süß, nahrhaft und voller Bedeutung.

Die Supra – Bühne der Symbolik

All diese Bedeutungen entfalten sich besonders deutlich bei der Supra. Sie ist die Bühne, auf der die Symbolik der georgischen Küche sichtbar wird. Der Tamada führt durch die Trinksprüche, Brot und Wein stehen im Zentrum, Walnussgerichte erzählen von Weisheit und Beständigkeit, Süßspeisen von Hoffnung und Zukunft.

Die Supra ist ein symbolisches Universum, in dem Essen zu Sprache wird und Sprache zu Verbindung.

Fazit – Warum Symbolik die georgische Küche so besonders macht

Die georgische Küche ist nicht nur reich an Aromen, sondern auch an Bedeutungen. Sie erzählt von alten Ritualen, regionalen Traditionen, familiären Erinnerungen und einer tiefen Verbindung zur Natur.

Wer in Georgien isst, nimmt nicht nur Nahrung zu sich. Er nimmt Geschichten auf – und wird selbst Teil davon.

Georgisch für unterwegs: Ihr treuer Begleiter für ein unvergessliches Reiseabenteuer

Wer einmal nach Georgien reist, verliert fast immer sein Herz an dieses Land. Georgisch für unterwegs beschreibt genau dieses Gefühl, das sich zwischen den majestätischen Gipfeln des Kaukasus, den lebendigen Gassen von Tbilissi und der jahrtausendealten Weinkultur entfaltet. Die überwältigende Gastfreundschaft der Menschen macht jede Reise einzigartig und lässt die Eindrücke lange nachklingen.

Georgisch für unterwegs: Sprache für Reise & Alltag
Georgisch für unterwegs: Sprache für Reise & Alltag
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Der Schlüssel zu den Herzen: Warum ein paar Worte Georgisch Ihre Reise verändern

Doch so offen die Georgier auch sind: Wer ein paar Brocken der Landessprache spricht, erlebt das Land auf einer völlig neuen Ebene. Ein freundliches Wort auf Georgisch ist der schnellste Schlüssel zu den Herzen der Einheimischen.

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Die georgische Küche im Jahreskreis – was man wann isst

In Georgien folgt die Küche seit Jahrhunderten dem Rhythmus der Jahreszeiten. Nicht als Regelwerk, sondern als stilles Einverständnis mit der Natur. Jede Region, jedes Tal, jede Familie hat ihre eigenen Traditionen, doch der Jahreskreis verbindet sie alle. Manche Gerichte schmecken nur dann, wenn die Natur sie freigibt. Andere gehören zu Festen, die ohne sie unvollständig wären. So entsteht ein kulinarischer Kalender, der bis heute lebendig ist.

Der Geschmack der Jahreszeiten

Wer die georgische Küche betrachtet, erkennt schnell, dass sie nicht nur aus Rezepten besteht, sondern aus Momenten. Jede Jahreszeit bringt ihre eigene Stimmung, ihre eigenen Aromen und ihre eigenen Rituale mit sich. Erst im Zusammenspiel entsteht das, was die georgische Esskultur so besonders macht.

Frühling – die Zeit des ersten Grüns

Im Frühling beginnt alles mit dem ersten Grün. Nach den langen Wintermonaten wirken die frischen Kräuter wie ein Versprechen. Estragon, Koriander, Frühlingszwiebeln und Sauerampfer bestimmen die Küche dieser Zeit. Gerichte wie Pkhali oder leichte Suppen tragen den Geschmack des Neubeginns.

In vielen Familien ist der Frühling auch die Zeit der ersten Käseproduktion. Junge, milde Sorten erscheinen auf den Märkten, und mit ihnen kehrt die Leichtigkeit auf die Tische zurück.

Die Esskultur Georgiens lebt in dieser Jahreszeit von Frische und Zurückhaltung, als würde die Natur selbst noch leise sprechen.

Frühling – die Zeit des ersten Grüns
Frühling – die Zeit des ersten Grüns

Sommer – Fülle, Farben, offene Türen

Der Sommer bringt Fülle. Tomaten, Gurken, Auberginen, Pfirsiche, Beeren – alles scheint gleichzeitig zu reifen. Die Märkte sind übervoll, und die Küche wird farbenreicher. Jetzt entstehen die Gerichte, die viele Menschen mit der georgischen Küche verbinden: Badrijani, frische Salate, kalte Speisen, die an heißen Tagen Kraft geben.

Auch die Kräuter entfalten im Sommer ihr volles Aroma. Die Esskultur Georgiens zeigt sich in dieser Zeit besonders gesellig. Lange Abende, offene Türen, spontane Treffen.

Oft wird draußen gekocht, und die Jahreszeit bestimmt, was auf den Tisch kommt. Die Natur gibt den Ton an, und die Menschen folgen ihr mit Freude.

Sommer – Fülle, Farben, offene Türen
Sommer – Fülle, Farben, offene Türen

Herbst – Weinlese, Vorräte, große Tische

Der Herbst ist vielleicht die bedeutendste Zeit im georgischen Jahreskreis. Die Weinlese beginnt, und mit ihr die Supra‑Traditionen, die tief in der Kultur verankert sind. Trauben, Walnüsse, Granatäpfel und herzhafte Gerichte prägen diese Wochen. Es ist die Zeit der großen Tische, der langen Gespräche und der Fülle.

Viele Familien bereiten jetzt Vorräte für den Winter vor: eingelegte Gemüse, getrocknete Kräuter, Saucen und Gewürzmischungen. Die Küche wird kräftiger, erdiger, wärmer.

Der Herbst ist ein Übergang, aber einer, der gefeiert wird. Wer Georgien in dieser Zeit erlebt, versteht, warum die Esskultur Georgiens so eng mit Gemeinschaft verbunden ist.

Herbst – Weinlese, Vorräte, große Tische
Herbst – Weinlese, Vorräte, große Tische

Winter – Wärme, Tiefe, langsame Gerichte

Im Winter schließlich kehrt Ruhe ein. Die Gerichte werden schwerer, nahrhafter, oft langsam gekocht. Kharcho, Chashushuli, Lobio – Speisen, die wärmen und satt machen.

Die Märkte sind kleiner, doch die Vorratskammern sind gefüllt. In vielen Regionen spielt Fleisch jetzt eine größere Rolle, ebenso wie Teiggerichte.

Der Winter ist auch die Zeit der Feiertage, und mit ihnen kommen traditionelle Speisen auf den Tisch, die nur einmal im Jahr zubereitet werden. Die Esskultur Georgiens zeigt sich hier von ihrer tief verwurzelten Seite: familiär, rituell, verbunden mit Geschichten und Erinnerungen.

Winter – Wärme, Tiefe, langsame Gerichte
Winter – Wärme, Tiefe, langsame Gerichte

Ein Jahr, das weiterklingt

So entsteht ein Jahreskreis, der weit mehr ist als eine Abfolge von Monaten. Er ist ein stiller Dialog zwischen Mensch und Natur. Die georgische Küche lebt von diesem Rhythmus. Sie verlangt nicht, sie begleitet. Sie folgt dem, was wächst, reift, geerntet wird. Und sie bewahrt dabei etwas, das in vielen modernen Küchen verloren gegangen ist: das Gefühl, dass jede Jahreszeit ihren eigenen Geschmack hat.

Wenn man Georgien durch den Jahreskreis begleitet, versteht man, warum die Küche so vielfältig und gleichzeitig so geerdet ist. Sie ist ein Spiegel der Landschaft, der Traditionen und der Menschen, die sie tragen. Und vielleicht ist es genau das, was sie so besonders macht.

Und doch endet dieser Weg durch die Jahreszeiten nicht mit einer Beobachtung, sondern mit einem Gefühl.

Am Ende zeigt sich, dass die georgische Küche nicht nur von Zutaten lebt, sondern von ihrem Rhythmus. Jede Jahreszeit bringt ihre eigene Farbe, ihren eigenen Duft, ihre eigene Art des Zusammenseins. Wer diesen Wandel mitgeht, versteht die Küche tiefer, als es ein Rezept je erklären könnte. Der Jahreskreis wird zu einem stillen Begleiter, der den Tisch prägt und die Menschen verbindet. Vielleicht liegt genau darin die besondere Wärme, die man in Georgien überall spürt — im Essen, in den Häusern, in den Geschichten, die von Saison zu Saison weitergetragen werden.

Kulinarische Missverständnisse zwischen Georgien und Deutschland

Unterschiedliche Esskulturen, die sich begegnen

Die Esskultur von Georgien und Deutschland könnte in ihrem Charakter kaum unterschiedlicher sein. Wenn Menschen aus beiden Ländern zusammen am Tisch sitzen, treffen zwei Traditionen aufeinander, die jeweils tief verwurzelt sind und auf ihre eigene Weise Wärme und Gemeinschaft ausdrücken. Die deutsche Esskultur ist geprägt von Ruhe, Struktur und klaren Abläufen, während die georgische von Spontaneität, Fülle und einer Gastfreundschaft lebt, die sich besonders am Tisch zeigt.

Wenn Großzügigkeit auf Zurückhaltung trifft

Ein zentraler Unterschied in der Esskultur Georgien und Deutschland zeigt sich im Umgang mit Gastfreundschaft. In Georgien ist ein reich gedeckter Tisch ein Ausdruck von Wärme und Großzügigkeit. Ein leerer Teller bedeutet, dass es geschmeckt hat – und dass man gerne noch etwas mehr serviert. Für deutsche Gäste kann das überraschend sein, denn in Deutschland gilt ein leerer Teller meist als Abschluss. Die georgische Geste wird dann leicht als Überforderung wahrgenommen, obwohl sie genau das Gegenteil ausdrückt: ein herzliches Willkommen.

Esskultur von Georgien und Deutschland: Traditionelle georgische Speisen
Esskultur von Georgien und Deutschland: Traditionelle georgische Speisen

Der unterschiedliche Rhythmus des Essens

Die Esskultur Georgien und Deutschland unterscheidet sich auch im zeitlichen Verlauf eines Essens. Während in Deutschland ein Essen oft klar strukturiert ist, entwickelt es sich in Georgien wie ein lebendiger Abend, der sich langsam entfaltet. Es gibt keinen festen Ablauf, keine strenge Reihenfolge, keine zeitliche Begrenzung. Ein Essen kann sich über Stunden ziehen, begleitet von Gesprächen, Geschichten und kleinen Momenten, die den Abend tragen.

Stille und Gespräch – zwei Arten der Aufmerksamkeit

Ein weiterer Aspekt der Esskultur Georgien und Deutschland zeigt sich in der Atmosphäre am Tisch. Deutsche schätzen die Ruhe beim Essen, das bewusste Genießen, das konzentrierte Probieren. In Georgien entsteht Gemeinschaft durch Worte: Man spricht, lacht, erzählt und singt. Beides sind Formen der Aufmerksamkeit – nur mit unterschiedlichem Ausdruck.

Wein, Rituale und Erwartungen

Die Esskultur von Georgien und Deutschland unterscheidet sich besonders deutlich im Umgang mit Wein. In Georgien ist Wein eng mit Ritualen verbunden: Trinksprüche, kleine Ansprachen und die Rolle des Tamada gehören selbstverständlich dazu. In Deutschland hingegen wird Wein eher still und begleitend getrunken. Für Georgier wirkt das manchmal ungewohnt zurückhaltend, für Deutsche sind die georgischen Rituale dagegen etwas sehr Besonderes.

Singen und Tanzen – wenn Essen zur Feier wird

Auch Musik und Bewegung gehören zur Esskultur Georgien und Deutschland, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. In Georgien endet ein gemeinsames Essen selten beim Essen selbst. Musik entsteht spontan, Stimmen füllen den Raum, und manchmal wird aus einem Abend eine kleine Feier. Für deutsche Gäste ist das oft überraschend, weil Essen in Deutschland eher ein ruhiger Moment ist. In Georgien dagegen verschmelzen Tisch, Musik und Bewegung zu einem gemeinsamen Erlebnis.

Was diese Unterschiede bedeuten

Kulinarische Missverständnisse entstehen nicht aus Unwissenheit, sondern aus Gewohnheiten. Beide Esskulturen haben ihre eigene Schönheit: die deutsche Klarheit und Ruhe, die georgische Wärme und Fülle. Wenn beide Seiten sich begegnen, entsteht ein Raum, in dem man voneinander lernen kann. Ein gemeinsamer Tisch wird dann zu einem Ort, an dem Unterschiede nicht trennen, sondern bereichern.

Kleine Hinweise für Reisende

Wer zum ersten Mal in Georgien zu Gast ist, merkt schnell, dass ein gemeinsames Essen mehr bedeutet als eine Mahlzeit. Es lohnt sich, sich auf diesen Rhythmus einzulassen. Ein Abend kann länger dauern, als man es gewohnt ist, und er entwickelt sich oft anders, als man erwartet. Manchmal wird der Teller nachgefüllt, obwohl man längst satt ist, manchmal beginnt jemand zu singen, und plötzlich entsteht ein Moment, den man nicht geplant hat.

Für Reisende ist es hilfreich, diese Offenheit als Teil der Kultur zu sehen. Ein georgischer Tisch lädt dazu ein, Zeit zu vergessen, sich tragen zu lassen und die Wärme der Gastgeber anzunehmen. Wer sich darauf einlässt, erlebt nicht nur gutes Essen, sondern eine Form von Gastfreundschaft, die lange nachwirkt. Und vielleicht entdeckt man dabei, dass Missverständnisse oft nur kleine Schritte auf dem Weg zu echter Begegnung sind.

Ein gemeinsamer Geschmack

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Essen überall eine Sprache ist – nur mit unterschiedlichen Akzenten. Und gerade diese Vielfalt macht Begegnungen zwischen Georgien und Deutschland so wertvoll. Sie zeigen, wie viel man entdecken kann, wenn man sich Zeit nimmt, zuzuhören, zu probieren und sich aufeinander einzulassen.

Silvester in Georgien: Ein doppeltes Fest voller Freude und Tradition

Silvester in Georgien ist ein unvergessliches Erlebnis, das Tradition, Kultur und festliche Freude vereint. Die georgische Hauptstadt Tbilissi verwandelt sich in ein lebhaftes Winterwunderland, in dem Lichter, Musik und fröhliche Menschen die Straßen füllen. Von traditionellen Festessen bis hin zu spektakulären Feuerwerken bietet der Jahreswechsel in Georgien eine einzigartige Möglichkeit, das neue Jahr in einer der faszinierendsten Regionen der Welt zu begrüßen.

Ein festlicher Empfang in Tbilissi

Die georgische Hauptstadt Tbilissi verwandelt sich zum Jahreswechsel in ein wahres Winterwunderland. Die Straßen sind festlich beleuchtet und in den verschiedenen Stadtteilen finden zahlreiche Veranstaltungen statt. Der große Weihnachtsbaum vor dem Parlamentsgebäude in der Rustaveli Avenue wird Mitte Dezember feierlich erleuchtet und zieht Besucher aus nah und fern an.

Silvester in Georgien, Tbilisi
Silvester in Georgien, Tbilisi

Das „Neujahrsdorf“ in Tbilissi ist der Mittelpunkt der Feierlichkeiten. An verschiedenen Orten, wie dem Platz der Ersten Republik und dem Dedaena-Park, wird ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt geboten. Tagsüber können Kinder an Aufführungen und Kostümshows teilnehmen, während abends Live-Bands und DJs für ausgelassene Stimmung sorgen. Der Mtazminda-Park, der eine herrliche Aussicht auf die Stadt bietet, ist ein beliebter Ort, um das neue Jahr zu feiern. Hier kommt auch der georgische Weihnachtsmann, Towlis Babua, in traditioneller Tracht und bringt Geschenke für die Kinder – ein magischer Moment, den niemand verpassen möchte.

Neujahrsmärkte: Ein Fest für die Sinne

Die Neujahrsmärkte in Tbilissi sind ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten. An festlich geschmückten Ständen können Besucher georgische Souvenirs, handgefertigtes Kunsthandwerk und köstliche Leckereien wie Gozinaki kaufen – eine traditionelle Süßigkeit, die speziell für das neue Jahr zubereitet wird. Die fröhliche Atmosphäre und die Möglichkeit, lokale Spezialitäten zu probieren, machen die Märkte zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Am Abend des 31. Dezember wird das neue Jahr mit einem spektakulären Konzert gefeiert, und die Nachtclubs, Bars und Restaurants in Tbilissi sind bis in die frühen Morgenstunden gut besucht. Die Stimmung ist ausgelassen, und die Menschen kommen zusammen, um das neue Jahr gebührend zu begrüßen.

Feierlichkeiten in Batumi

Die Neujahrsfeiern in Batumi sind ebenso aufregend wie in Tbilissi. Die mit Lichtern geschmückten Palmen am Strand schaffen eine besondere Atmosphäre. Die größten Feierlichkeiten finden auf dem Europaplatz und dem Batumi-Boulevard statt, wo ebenfalls ein großes Konzert am 31. Dezember stattfindet. Im „Neujahrsdorf“ können Besucher traditionelle georgische Speisen und Handwerkskunst entdecken, während sie sich mit einem heißen Glühwein aufwärmen.

Wenn Sie die winterliche Idylle bevorzugen, sind die georgischen Berg- und Skigebiete der perfekte Ort, um Silvester zu feiern. In Orten wie Bakuriani und Gudauri erwartet die Besucher eine bezaubernde, schneebedeckte Landschaft sowie zahlreiche Freizeitaktivitäten, Konzerte und gemütliche Abende in erstklassigen Cafés und Restaurants.

Traditionen und Bräuche

Silvester wird in der Regel im Kreise der Familie gefeiert. Es ist eine Zeit, in der Familienmitglieder zusammenkommen, um das alte Jahr zu verabschieden und das neue Jahr zu begrüßen.

Das Austauschen von Geschenken ist ebenfalls ein Brauch, der oft am Silvesterabend stattfindet. Dies kann symbolisch für gute Wünsche und Glück im neuen Jahr stehen.

Das neue Jahr wird mit Feuerwerk begrüßt, was eine festliche Atmosphäre schafft und den Beginn des neuen Jahres symbolisiert.

Fazit

Silvester in Georgien ist ein Fest voller Freude, Tradition und kultureller Höhepunkte. Ob in der pulsierenden Hauptstadt Tbilissi, am malerischen Strand von Batumi oder in den schneebedeckten Bergen – hier gibt es für jeden etwas zu erleben. Lassen Sie sich von der herzlichen Atmosphäre und den festlichen Bräuchen verzaubern und feiern Sie das neue Jahr auf eine ganz besondere Art und Weise. Prost auf ein fantastisches neues Jahr in Georgien!

Georgische Gewürze: Herz und Seele der kulinarischen Tradition

Die georgische Küche ist ein wahres Fest der Aromen und Farben, die selbst die einfachsten Zutaten in beeindruckende Gerichte verwandelt. Mit einem reichen Repertoire an Gemüse wie Kohl, Auberginen, Karotten, Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten und Hülsenfrüchten zeigt die georgische Küche, dass es nicht immer exotische Zutaten braucht, um köstliche Speisen zu kreieren. Das wahre Geheimnis liegt jedoch in den Gewürzen, die das Herzstück dieser Esskultur bilden und den Gerichten ihren unverwechselbaren Charakter verleihen.

Hauptgewürze der georgischen Küche

Viele der traditionellen Gerichte wie Chatschapuri, Tschurtschchela und Chinkali spiegeln die jahrtausendealten kulinarischen Traditionen des georgischen Volkes wider. Die Verwendung von Gewürzen ist dabei von zentraler Bedeutung. Hier sind einige der Hauptgewürze, die die georgische Küche prägen:

Georgische Gewürze: Swanisches Salz

Swanisches Salz

Hergestellt aus Bergkräutern und Gewürzen, ist Swanisches Salz ein einzigartiges Gewürz aus der Bergregion Swaneti. Es kombiniert die Salz mit subtilen würzigen und leicht bitteren Aromen und hat ein reichhaltiges Geschmacksprofil, das es von gewöhnlichem Speisesalz abhebt.

Kulturelle Bedeutung: Das Salz hat nicht nur kulinarische, sondern auch kulturelle Bedeutung. Es ist ein Symbol für die traditionelle swanische Küche und wird oft als Geschenk oder Souvenir aus der Region mitgebracht.

Chmeli Suneli

Eine aromatische Mischung aus Koriander, Basilikum, Petersilie, Fenchel, Majoran, Minze und weiteren Kräutern verleiht den Gerichten einen reichhaltigen, leicht würzigen Geschmack. Dieses Gewürz findet Verwendung in eingelegtem Gemüse, Fleischsuppen und Saucen und passt auch hervorragend zu gegrilltem Gemüse und Salatdressings.

Fremdes Gewürz (Ulumbo)

Ulumbo ist eines der charakteristischen Gewürze der georgischen Küche. Mit seinem milden, leicht bitteren Geschmack bringt es eine besondere Würze in Fleisch- und Fischgerichte sowie in Eintöpfe und Saucen. Es verleiht den Speisen einen unverwechselbaren georgischen Charakter und schafft reichhaltige Geschmackskompositionen.

Koriandersamen

Die leicht zitronigen und würzigen Korianderkörner sind ein beliebtes Gewürz in der georgischen Küche. Sie verstärken die Zitrustöne in Gerichten und kommen auch in Wurst- und Käsesorten zum Einsatz. Zudem finden sie Verwendung in Marinaden für Fleisch und Fisch.

Frischer Koriander

Koriander ist aufgrund seines intensiven Aromas ein beliebtes Kraut, das nahezu jedem Gericht eine besondere Note verleiht. Ob in Fleisch-, Fisch- oder Gemüsegerichten – frischer Koriander sorgt für eine erfrischende Schärfe und Originalität.

Safran (Gelbe Blume)

Dieser getrocknete Ringelblumenblüten-Pulver ist eine kostengünstige Alternative zu echtem Safran. Mit seinem einzigartigen Geschmack und der Fähigkeit, Gerichte in einen leuchtenden goldenen Farbton zu tauchen, wird der Safran in einer Vielzahl von Speisen eingesetzt wie Saziwi, Chartscho o.Ä.

Adschika - Georgisches Gewürz

Adschika

Adschika ist mehr als nur ein Gewürz – es ist ein kulinarisches Symbol Georgiens und ein fester Bestandteil der traditionellen Küche. Die scharfe Paste aus rotem Pfeffer, Salz und oft auch Knoblauch, Koriander und Walnüssen wird seit Jahrhunderten in georgischen Haushalten hergestellt. Jede Region und sogar jede Familie hat dabei ihre eigene Rezeptur, mal feuriger, mal nussiger, mal kräuterbetonter.

Adschika passt hervorragend zu Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Reis und Gemüsesalaten und verleiht jedem Gericht eine intensive, aromatische Schärfe. Sein Geschmack ist unverwechselbar: scharf, leicht rauchig, tief aromatisch – und für viele Georgier ein Stück Heimat.

Der Einfluss der Gewürze auf die georgische Küche

Die georgische Küche basiert auf einer Vielzahl von Gewürzen, die den Gerichten ihren besonderen Geschmack und ihr Aroma verleihen. Diese Gewürze reichen von mild und aromatisch bis hin zu scharf und würzig und bereichern die Geschmackspalette jedes Gerichts. Ein gut ausgewähltes und gelagertes Gewürz verbessert nicht nur den Geschmack von Fertiggerichten, sondern sorgt auch für ein echtes gastronomisches Vergnügen, das die Essenz der georgischen Küche widerspiegelt.

Fazit

Die Kunst der georgischen Küche liegt nicht nur in den Zutaten, sondern vor allem in der geschickten Verwendung von Gewürzen. Wenn man die Grundlagen der Verwendung dieser Gewürze beherrscht, kann man seinen kulinarischen Horizont erweitern und das Menü bereichern. Lassen Sie sich von den Aromen Georgiens inspirieren und entdecken Sie die Geheimnisse, die hinter diesen köstlichen Gerichten stecken!

Die georgische Küche: Ein Spiegelbild von Kultur und Tradition

Die georgische Küche ist eine der Hauptattraktionen dieses faszinierenden Landes und spielt eine entscheidende Rolle in der kulturellen Identität Georgiens. Sie bietet nicht nur köstliche Geschmackserlebnisse, sondern ist auch tief verwurzelt in den Traditionen und Bräuchen des Landes. Von den schneebedeckten Gipfeln des Kaukasus bis zur malerischen Meeresküste und den fruchtbaren Feldern Kacheti – die kulinarische Vielfalt Georgiens entfaltet sich in jeder Region und begeistert Feinschmecker aus aller Welt.

Die Wurzeln der georgischen Küche

Einige Forscher glauben, dass traditionelle georgische Gerichte wie Chatschapuri, Tschurtschchela und Chinkali bereits im 2. Jahrtausend n. Chr. entstanden sind. Diese Gerichte haben die Zeit überdauert und sind bis heute nahezu unverändert geblieben. Die georgische Küche hat sich im Laufe der Geschichte durch den regen Handel mit benachbarten Ländern bereichert. Gewürze und Kräuter aus Indien und Persien sowie frisches Gemüse und Obst aus dem Mittelmeerraum sind zu festen Bestandteilen der georgischen Kochkunst geworden.

Im 17. Jahrhundert, während einer Zeit geopolitischer Veränderungen und Konflikte, setzte die georgische Küche ihren Wandel fort. Neue Gerichte wie Saziwi – ein Geflügelgericht in Nusssauce – wurden erfunden, und die Zubereitung von Fleisch und Brot wurde weiter verfeinert. Auch die Zeiten des Russischen Reiches und der Sowjetunion trugen zur Entwicklung der georgischen Küche bei, die sich international großer Beliebtheit erfreute.

Die Vielfalt der Aromen

Die georgische Küche ist bekannt für ihre scharfen und würzigen Aromen. Fleisch spielt eine zentrale Rolle und wird oft von Walnüssen und aromatischen Kräutern wie Koriander, Basilikum und Estragon begleitet. Diese Zutaten finden sich in Saucen, Suppen und sogar in Backwaren wieder.

Mtschadi und georgischer Käse
Mtschadi und georgischer Käse

Geografisch unterteilt sich die georgische Küche in zwei Hauptregionen: Ost- und Westgeorgien. Im Westen, stark beeinflusst von der türkischen Küche, sind Geflügelgerichte beliebt, die häufig mit Mtschadi (Maisbrot) und Imeretinischem Käse oder Sulguni serviert werden. Im Osten, wo der Einfluss des Iran spürbar ist, dominieren Rind- und Lammfleischgerichte, begleitet von Weizenbrot und eingelegtem Gemüse.

In Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, verschmelzen beide kulinarischen Traditionen. Hier findet man eine aufregende Mischung aus westlichen und östlichen Einflüssen, die die Vielfalt der georgischen Küche widerspiegeln. Besonders die Region Samegrelo ist berühmt für ihre scharfen Gewürze und Würzmittel, die in ganz Georgien geschätzt werden.

Weinbau und kulinarische Harmonie

Georgien hat das Privileg eines milden Klimas, das die Landwirtschaft und den Weinbau begünstigt. Das Land ist bekannt für seine hochwertigen Weine, darunter Kindsmarauli, Saperawi und Rkaziteli. Diese Weine harmonieren perfekt mit den köstlichen georgischen Gerichten und bereichern das kulinarische Erlebnis.

Fazit: Die georgische Küche als kulturelles Erbe

Die georgische Küche ist mehr als nur eine Ansammlung von Rezepten – sie ist ein Spiegelbild der Geschichte und der kulturellen Identität des Landes. Jedes Gericht erzählt von Jahrhunderten der Tradition und spiegelt die Einflüsse vielfältiger Kulturen wider. Die georgische Küche hat es geschafft, ihre Einzigartigkeit und Authentizität zu bewahren, während sie sich gleichzeitig weiterentwickelt und an moderne Trends anpasst.

Eine Reise durch die georgische Küche ist eine Reise durch Zeit und Raum. Sie betont nicht nur die Kreativität und das Können georgischer Köche, sondern auch den tiefen Respekt vor ihrem eigenen Erbe. Wenn du die Gelegenheit hast, die Aromen Georgiens zu probieren, lass dich von der Vielfalt und dem Reichtum dieser kulinarischen Traditionen verzaubern!

Street Food in Georgien

Warum der Genuss auf der Straße so begeistert – und Georgien dabei ganz vorne mitmischt

Street Food Georgien steht für eine lebendige, unkomplizierte Esskultur, die Menschen sofort begeistert. Der Duft frisch gebackener Teigfladen, das Klirren kleiner Pfannen und die Vielfalt regionaler Aromen machen die Straßenküche zu einem Erlebnis, das weit über eine schnelle Mahlzeit hinausgeht. Wer in Georgien unterwegs ist, entdeckt an jeder Ecke kleine kulinarische Überraschungen – spontan, handgemacht und voller Charakter.

Was früher als schnelle Mahlzeit galt, ist heute ein kulinarisches Abenteuer, das Menschen auf der ganzen Welt verbindet.

Vielfalt auf kleinstem Raum

Street Food steht für Vielfalt und Entdeckung. Ob asiatische Nudeln, mexikanische Tacos oder amerikanische Burger – die Straßenküche ist ein Spiegel globaler Geschmäcker. Sie bringt Kulturen zusammen, ohne große Worte, nur durch den Geschmack.

Und das Beste: Sie ist erschwinglich. Für wenig Geld kann man sich durch ganze Kontinente probieren – frisch, spontan und authentisch.

Kulinarisches Festival: Gemo Fest

In Georgien wird diese Leidenschaft jedes Jahr beim Gemo Fest gefeiert – einem kulinarischen Festival, das die Straßen in ein Meer aus Düften und Farben verwandelt. Hier trifft Tradition auf Moderne, und die georgische Küche zeigt, wie gut sie sich für Street Food eignet.

Street Food in Georgien, Pchali

Georgiens Street‑Food‑Szene – Handwerk trifft Herz

Die georgische Küche ist wie geschaffen für Street Food: Chatschapuri, Tschwistari‑Sticks, Sulguni‑Bällchen oder Mtschadi‑Sandwiches – alles Gerichte, die man mit der Hand essen kann, warm, duftend, direkt vom Grill oder aus dem Ofen.

Was einst vor allem Touristen begeisterte, zieht inzwischen auch immer mehr Georgier an. Die Street‑Food‑Kultur wächst, neue kleine Filialen entstehen entlang der Autobahnen und in Einkaufszentren.

Tiflis – das Herz des georgischen Street Food

Ein besonderer Ort ist der Markt auf der Orbeliani‑Straße in Tiflis. Hier reihen sich Imbissstände aneinander, die georgische Klassiker neu interpretieren: Tomaten‑ und Gurkensalat, Bazhe‑Sauce mit Ghomi, grüne Adschika, Maisbrot Mtschadi – alles frisch, würzig und voller regionaler Aromen.

Was einst von Burgerlokalen dominiert wurde, hat sich zu einem lebendigen Schmelztiegel georgischer Geschmäcker entwickelt.

Eine neue Esskultur entsteht

Mit jedem neuen Stand, jedem improvisierten Tisch und jeder Portion Chatschapuri wächst eine neue Esskultur in Georgien – offen, lebendig und kreativ.

Street Food ist hier nicht nur Essen, sondern Begegnung. Es verbindet Menschen, Regionen und Geschichten – und zeigt, dass Genuss auf der Straße manchmal der ehrlichste ist.

Teekultur in Georgien

Verbreitung der Teekultur in Georgien

Die Teekultur in Georgien zählt eine zweihundertjährige Geschichte. Es gibt hauptsächlich chinesische Teesorten. Die Dauer ihrer Vegetation beträgt 150-210 Tage, Frostbeständigkeit -14-150C. Allerdings unter Schneedecke -200C. Es kann auch Temperaturen standhalten. Tee ist im Vergleich zu anderen Kulturen am widerstandsfähigsten gegen agroklimatische Risiken (Frost, Hagel, Dürre, Schnee usw.). Die Teekultur hat auch in der feuchten subtropischen Zone Georgiens eine große ökologische Belastung. Teeplantagen schützen Hänge vor Erosion und Erdrutschen, bereichern und nähren den Boden und das Mikroklima.

Teekultur in Georgien: Georgischer Tee
Teekultur in Georgien

Im letzten Jahrhundert belegte Georgien unter den Tee produzierenden Ländern der Welt den 5. bis 6. Platz. Die Gesamtfläche der Teeplantagen betrug 66,0 Tausend Hektar, 450 bis 500 Tausend Tonnen Rohstoffe wurden jährlich produziert. Der Hauptkonsument der Produkte war die Sowjetunion, in der 95% des konsumierten Tees georgisch waren und die auch in europäische und asiatische Länder exportiert wurden.

Georgiens Tee-Tradition: Schon im 18. Jahrhundert bekannt und im Königspalast geschätzt

Das Teegetränk in Georgien ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Nach historischen Quellen, versandte in 1770 Katharina die Große dem König Erekle einen Samowar und das Teeservice als Geschenk, was beweisen sollte, dass man das Getränk im Königspalast kannte.

Teekultur in Georgien

Das voraussichtliche Datum der Einführung der Teepflanze in Georgien sollte als 1847-1848 angesehen werden, als die aus chinesischen Teesamen im Botanischen Garten auf der Krim gewonnenen Pflanzen erstmals im neu eingerichteten Botanischen Garten in Sochumi, Abchasien gepflanzt wurden. Im gleichen Zeitraum verbreitete sich die Teepflanze in Sugdidi – auf dem Anwesen des Fürsten Dadiani von Samegrelo sowie in Guria, Osurgeti, in der Station für Pflanzenanpassung. Von da aus wurde es in 1857 nach Goraberezhouli verlegt. Dort wurde erstmals eine Tee-Industrieplantage angelegt und in 1861 der erste georgische Teeprodukt auf hausgemachter Basis hergestellt.

Bereits in 1864 hat man georgischen Tee auf der russischen Landwirtschaftsausstellung in St. Petersburg vorgestellt. Dies erhielt eine positive Bewertung.

In Sochumi und Batumi hat man die ersten kleinen Plantagen mit Teesamen und Setzlingen angelegt, die 1882 aus der Provinz Hankou aus China importiert wurden. In den Jahren 1883 – 1884 wurde in Tschakwi (Atschara) eine Teeplantage gepflanzt. Deren Teeprodukte wurden in 1893 auf der internationalen Ausstellung in Tbilissi mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Tee aus denselben Plantagen belegte auf einer Ausstellung in Paris den ersten Platz. Dies bewies schließlich, dass die Klima- und Bodenbedingungen der Küstenregionen Georgiens für den Anbau von Tee günstig waren. Tee aus denselben Plantagen belegte auf einer Ausstellung in Paris den ersten Platz. Dies bewies schließlich, dass die Klima- und Bodenbedingungen der Küstenregionen Georgiens für den Anbau von Tee günstig waren. In dieser Zeit fanden die ersten großen Expeditionen nach China, Japan und Indien statt. Mit Teepflanzen aus diesen Expeditionen hat man in Salibauri (Atschara) auf 15 Hektar Teeplantagen angelegt.

Georgischer Tee: Qualität und Tradition aus dem Kaukasus

In 1998 wurde in Salibauri eine Teefabrik mit englischen Maschinen in Betrieb gesetzt. In 1899 wurde in Tschakwi eine weitere Teefabrik eingerichtet.

Teekultur in Georgien

Die intensive Entwicklung der Teeindustrie in Georgien begann in 1925 nach der Gründung der Aktiengesellschaft «Kartuli Tschai» [Georgischer Tee]. Diese Struktur spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Teebranche. Seit 1926 hat man mit einer wissenschaftlichen Tätigkeit begonnen. In 1985 haben die Teeplantagen 65.000 ha erreicht. In der Folgezeit wurden neue Plantagen praktisch nicht mehr kultiviert.

[Bildnachweis: Produktion von „Manna“ © tsamali.ge]

Quelle: AgroNews

Fisch in der traditionellen georgischen Küche

Fisch ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen georgischen Küche. Das liegt daran, dass Georgien ein Land ist, das von Flüssen und Seen durchzogen ist und eine lange Küstenlinie am Schwarzen Meer hat. Die georgische Küche zeichnet sich durch ihre Vielfalt und ihre einzigartigen Aromen aus.

Fisch ist das wichtigste biologische Produkt, das Menschen aus Wasser erhalten. Unter den Fischen, die in der Industrie verwendet werden, sind Lachs, Hering, dann Kabeljau, Karpfen, Stör und andere beliebt. In der traditionellen georgischen Küche spielt Fisch eine wichtige Rolle.

Vielfalt im Kaukasus: Die Verbreitung der Fischsorten in Georgien

Die natürliche Grenze der Westgrenze Georgiens ist das Schwarze Meer. Sein Wasser ist eine echte häusliche Umgebung für Seeleute und Fischer, für diejenigen wie die Menschen aus dem Alten Kolchis. Daher ist es kein Wunder, Samegrelo, Guria und Atschara mit der Fülle an Zubereitung von Fischgerichten gekennzeichnet sind. Nicht nur im Meer, sondern auch in Seen und Flüssen gibt es reichlich Fische: Forelle, Wels, Mairenke, Barbe, kolchischer Stör, Paliastomi- oder Schwarzmeerhering, Karpfen, Schwarzmeerlachs, Brachsen, und vieles mehr.

Früher hat man gekochte, gebratene und geräucherte Fische zu sich genommen. Während des Kochens wurden die Fischstücke in kochender Salzlösung gekocht. beim Kochen von Stören gibt man der Salzlösung Lorbeerblätter und Pfefferkörner dazu. Der geröstete Fisch wurde vorgesalzen oder in gesalzenes Mehl getaucht und auf beiden Seiten in heißem Fett in einer Pfanne gebraten. Die Fischer hingegen haben kleine Fische am Fluss gesalzen und und auf dem Holzglut gebraten.

Gekochter Stör
Gekochter Stör

Die Konservierung von gesalzenem und getrocknetem Fisch wurde hauptsächlich in Südgeorgien und an den Küstengebieten verbreitet.

Zahlreiche Auszüge aus Belletristik, Liedern und Kunstwerken zeigen, dass Fisch in den vergangenen Jahrhunderten einen hohen Stellenwert hatte. Es scheint, dass in Georgien auch Fischsuppe gegessen wurde und dafür jede Art von kleinem Fisch verwendet wurde.

Fischgenuss à la Georgien: Eine kulinarische Reise durch die Welt der georgischen Fischgerichte

Man hat Lachssuppe mit Safran und Koriander zubereitet. Barbara Dschordschadse schrieb im ihrem Kochbuch auch Rezepte für Sauce von gekochtem Sander und Stör. Für beide Saucen ist ein saurer Geschmack vorausgesetzt. Für die Zubereitung der Sander-Sauce sollte man gemahlene Walnüsse in Essig oder Tkemali (Mirabellensauce) mischen. Bei der Herstellung der Stör-Sauce hat man eine Marinade gekocht: Essig, Nelken, Zimt, Salz, Kardamom, Baharat und Lorbeerblätter. Gekochte Störstücke wurden dann in diese Marinade eingelegt.

Fisch: gebratene Forelle

Aus Rezepten von gebratenem Fisch sind folgende Gerichte bekannt: Lachs mit Essig und Zwiebeln, in Walnussöl gebratener Wels, gebratener Stör im Teigmantel, sowie gebratene Forelle.

In Atschara bereitet man ein köstliches Gericht zu – gebratene Holzmakrele mit gerösteten Zwiebeln und Tomaten oder frischen Tomaten. Ein völlig anderes Aroma haben Sardellen, die in einer Pfanne oder auf Kezi (Tongefäß) im Kamin gebraten werden, sowie Seebarben, in Chili und Salz mariniert und im Teigmantel gegrillt. [Bildnachweis: Gebratene Sardellen © GNTA]

In Atschara wird am Rande des Winters eine große Anzahl von Sardellen gefangen, die auf unterschiedliche Weise gelagert werden – gesalzen, in Zitronensaft mit Zwiebeln mariniert, aber etwas Besonderes sind immer noch Kaptschioni und Kargana. Kaptschioni wird auch in der früheren Gegend Georgiens, Laseti (jetzt in der Türkei) zubereitet.

Kaptschioni: Das ist Maisbrot mit Sardelle, Lauch und Petersilie. Zu den Sardellen werden feingehackter Lauch, Pfeffer, Salz, Öl hinzugefügt, alles gut gemischt und daraus Maisbrot gebacken. Es gibt Variationen von Kaptschioni mit Eiern, Tomaten, Petersilie, getrocknetem Koriander und roten Erbsen.

Kargana wird fast wie Kaptschioni zubereitet, aber nicht im Ofen, sondern beidseitig in einer geölten Pfanne gebacken.

Die georgische Küche: Eine jahrhundertealte Tradition mit Fisch in vielfältigen Saucen

Seit mehr als einem Jahrhundert gibt es in der georgischen Küche Fisch in verschiedenen Saucen: Saziwi, Bazhe oder Essig und Koriander, in gekochter und gebratener Form zubereitet. Mittlerweile gibt es auch verschiedenen Salate, in denen man Fisch verwendet.

Gebratener Fisch in der Nusssauce - Bazhe
Gebratener Fisch in der Nusssauce – Bazhe

Bemerkenswert ist auch die Zubereitung des wertvollsten Fischproduktes, des Kaviars sehr verbreitet war. Dies kann man aus der „Beschreibung von Samegrelo“ des italienischen Missionars Archangelo Lamberti aus dem 17. Jahrhundert entnehmen. Ihm zufolge waren in Samegrelo verschiedene Sorten von Stör, u.a. Europäischer Stör verbreitet.

Neben Lachs und Stör waren Großkopfmeeräsche und Europäischer Hausen sehr beliebt.

Im 19. Jahrhundert wurden sogar Kababi aus Kaviar hergestellt, obwohl diese Delikatesse nicht jeder sich leisten konnte. Ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde schwarzer und roter Kaviar, verziert mit Butter- und Zitronenscheiben, ein wesentlicher Bestandteil der georgischen Tafel.

Quelle: AgroNews / Marani

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