Weinanbau in Georgien seit dem 19. Jahrhundert

Europäische Einflüsse

Das 19. Jahrhundert war eine der wichtigsten Zeiten in der Geschichte beim Weinanbau in Georgien. Die ersten vier Jahrzehnte nach der Besatzung Georgiens durch Russland wirkten sich negativ auf den Weinbau aus. Dank den Bemühungen des Fürsten Aleksandre Tschawtschawadse und erreichte der georgische Wein jedoch Ende der 1830er Jahre nahezu die Qualität des europäischen Weins. In Ost- und Westgeorgien sind die ersten Weinkeller nach europäischer Art errichtet worden.

Fürst Aleksandre Tschawtschawadse

Einige Weinsorten, die heute beliebt sind, wie Zinandali und Mukusani, wurden ab den 1830er Jahren in den Weinbergen des Weinguts des FürstenTschawtschawadse hergestellt. In den 1880er Jahren hat man im fürstlichen Namen die ersten Serien-Weine in großen Mengen hergestellt. In den frühen 1890er Jahren wurden regelmäßig Zinandali, Mukusani, Napareuli und Teliani produziert.

Weinbau in Georgien seit dem 19. Jahrhundert, Amphoren, Kwewris
Amphoren: Kwewris
  • Iwane Muchranbatoni

In den 1870er Jahren baute der Fürst Iwane Muchranbatoni im Dorf Muchrani einen riesigen Weinkeller. Einige Jahre später wurde sein Wein ins Ausland exportiert. Diese haben sogar Preise gewonnen. Er beschäftigte den berühmten georgischen Winzer Wasil Petriaschwili.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen georgischer Rebsorten und der lokalen Ampelographie begannen Mitte des 19. Jahrhunderts, und die Erstbeschreibung georgischer Rebsorten wurde in den 1870er Jahren in Paris und Lyon veröffentlicht.

Nach mehreren Monaten russischer Besatzung veröffentlichte das georgische Revolutionskomitee (Revkom) 1921 seine erste Verordnung über die Weinherstellung, in dem der Handel mit Wein für frei erklärt wurde. Ein Jahr später wurden die ersten sowjetischen Weinbaueinheiten und Genossenschaften gegründet. Bereits 1926 befanden sich 80% der in Tbilissi gegründeten Weinunternehmen in Privatbesitz. 1929 jedoch übernahm das neu gegründete Samtrest (das sowjetische Alkoholmonopol) die gesamte Weinindustrie in Sowjetgeorgien und wurde Eigentümer aller bestehenden Weinkeller in Tbilissi, Kardenachi, Manawi usw. Neue Weinproduktion Unternehmen begannen sich zu etablieren.

Sowjetzeit

In den 1930er und 40er Jahren gab es in Georgien noch viele Rebsorten. Der Staat beauftragte dennoch eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Solomon Tcholokaschwili, alle im 19. Jahrhundert existierenden Sorten zu suchen, zu sammeln und wiederzubeleben. In der Zeit produzierte Georgien rund 60 verschiedene Weinsorten, von denen 12 auf lokalen Weinreben basierten.

Leider verschwanden viele einzigartige Weine sehr schnell vom Markt. Ab den 1950er Jahren litt die Weinherstellung in Georgien stark unter verschiedenen Reformen, deren negative Ergebnisse bis heute zu spüren sind. Man hat beschlossen, nur 16 Rebsorten für die Produktion beizubehalten.

Von Perestroika bis heute

Weinanbau seit dem 19. Jahrhundert, GWS
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In den Jahren der Perestroika wurde 1985 in der Sowjetunion ein „trockenes“ Gesetz verabschiedet. Dieses Gesetz stürzte die georgische Weinindustrie in eine Krise, die bis in die 1990er Jahre andauerte. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Folgen der Sowjetzeit zu spüren.

Die Geschichte der neuen Ära der georgischen Weinherstellung beginnt zwischen 1993 und 1997 mit der Gründung der ersten modernen Weinkeller und Weinunternehmen des Landes (wie GWS – Georgian Wines and Spirits Company, Teliani Valley und Telavi Wine Cellar). Besonders gut dabei war, dass es in diesen Jahren hervorragende Ernten gab.

Die georgische Weinherstellung hat sich seit Ende der neunziger Jahre ständig weiterentwickelt. Es wurden viele kleinere Weinkellereien gegründet. In Georgien wurden auch einige organische und biodynamische Betriebe etabliert. Dieser Entwicklungsprozess litt nicht unter dem russischen Handelsembargo von 2006. Trotz der Schließung des russischen Marktes verbesserte sich die Qualität des georgischen Weins täglich. Die Vielfalt der Weine nimmt zu. Den georgischen Winzern ist es gelungen, auf den internationalen Märkten Fuß zu fassen.

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